Marc Lüdin

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Marc Lüdin, sein Partner Sambo und ihre Geschichte

Als meine Mutter 1995 nach längerer Pferdepause wieder ein Pferd kaufte, beschloss ich auch mit dem Reiten zu beginnen, ich war damals 14 Jahre alt. Da ich schon als kleiner Junge gerne in der Natur war und mich für alles begeistert habe was sich am Boden bewegt, war das Reiten und die Freizeit auf dem Hof zu verbringen genau das Richtige für mich.

Ich habe sehr schnell grosse Fortschritte beim Reiten gemacht und so kam es, dass irgendwann das Potenzial der Reitschulpferde nicht mehr ausreichte und Langeweile aufkam. Deshalb haben mir meine Eltern ein eigenes Pferd gekauft. Ich bekam den schon 18 Jährigen CH-Schimmel Wallach Ilbo. Ich konnte viel von ihm lernen und habe mich auch als Dressurreiter versucht. Bald schon merkte ich, dass mir das Westernreiten eher lag. Deshalb habe ich probiert meinen alten Herrn von Dressur auf Western umzuschulen. Nach etwa 2 Jahren musste ich mich leider auf Grund seines Alters- und Gesundheitszustandes von ihm trennen.

Ein Leben ohne eigenes Pferd konnte ich mir nicht mehr vorstellen, also entschloss ich mich, mir ein neues Pferd zu suchen. Ich interessierte mich, nicht zuletzt aus Spass, für ein Shire Horse. Wirklich eine grosse Herausforderung, aber als ich dann noch von allen ausgelacht wurde, stand mein Entscheid fest, es muss ein Shire sein! In den nächsten Sommerferien sind wir Züchter in Holland und Deutschland abgefahren und haben uns die Pferde angeschaut. Leider konnte ich kein Pferd finden, das meinen Vorstellungen entsprach, also gab ich eine Bestellung auf: Gross(was nicht das grösste Problem darstellte), schwarz, 4 weisse Stiefel, eingefahren, nicht geritten. Und siehe da, eines Abends rief uns ein holländischer Händler an und meinte er stehe jetzt vor meinem Shire und wenn ich wolle, könne ich ihn am Wochenende anschauen. Gesagt getan am Wochenende fuhren wir erwartungsvoll nach Holland um uns "mein" Pferd anzuschauen. Schon aus 20 Metern Entfernung wusste ich: DAS IST ER !!!

Es war mein treuer Freund und Gefährte SAMBO.

Am 11.11.1998 war es dann soweit und der LKW mit Sambo, fuhr auf den Hof. Ich habe ihn nach anfänglichen, kleineren Verständigungsproblemen selbst ausgebildet. Ich glaube ich darf behaupten, dass meine Ausbildungsmethode sehr erfolgreich war. Was dann folgte wissen die meisten. Es folgte ein Auftritt nach dem anderen, von der Pausenüberbrückung bei Springkonkurrenzen, über die BEA Pferd bis hin zur Equitana. Wir haben viel zusammen erlebt und erreicht.

Irgendwann sind wir dem Fluch der Neider zum Opfer gefallen. Es wurden die unglaubwürdigsten Geschichten erfunden um mich und Sambo schlecht zu machen. Von verbalen Angriffen an Shows bis hin zur Anzeige beim Veterinäramt haben wir alles erlebt. Da aber alle Angriffe völlig gegenstandslos waren, gab es keine weiteren Folgen und diese „Neider“ wurden sehr schnell still. Ihr Ziel aber hatten sie erreicht.

Ich zog meine Konsequenzen aus dem Erlebten, zog mich aus der Öffentlichkeit zurück und bestraffte damit denjenigen, der an der ganzen Sache am wenigsten beteiligt war, Sambo. Wir sind von dort an nicht mehr aufgetreten und haben keine Shows mehr gemacht. Ich musste ihm das wegnehmen, was er am liebsten tat, wer Sambo kennt weiss wovon ich spreche.

Im Frühling 2006 lernte ich Melanie kennen. Sie hat mich wieder dazu gebracht etwas umzudenken und ich habe mit Ihr zusammen wieder einige Shows und Wettbewerbe gemacht, was mir dann 2006 den Titel Mister Chevalier einbrachte.

Doch ich musste merken, dass ich auf Grund eines früheren Unfalls beim Reiten zunehmend stärkere Schmerzen bekam, die von Ritt zu Ritt unerträglicher wurden. Es folgte eine schlimme Zeit für mich als dann klar wurde, dass ich meinen grossen Freund in Folge dieser Schmerzen nicht mehr reiten konnte. Sambo jeden Tag zu sehn und so immer wieder an unser schmerzliches Schicksal erinnert zu werden konnte ich nicht mehr verkraften. So habe ich mich schweren Herzens entschlossen, mich von ihm zu trennen und ihn in die vozügliche Obhut von Melanie zu übergeben, die sich um ihn kümmert als wenn es ihr eigenes Pferd wäre, ihn arbeitet und auch wieder an Schauen vorstellt.

Ich konnte mich für ein neues Hobby begeistern, etwas das mir Freude macht, mich und fordert. Ich habe begonnen mich für die Terraristik zu interessieren. Es begann ganz harmlos mit 2 Geckos. Bald kamen Skorpione, Vogelspinnen, Schlangen, Skolopender, Frösche usw. dazu. Mittlerweile habe ich einen kleinen Zoo zu Hause. Dieses Hobby beansprucht sehr viel Zeit und Energie und lenkt mich so von dem ab, was mir am meisten fehlt, denn nichts auf der Welt kann mir meinen Sambo ersetzen. Es ist immer noch sehr schwer für mich zu akzeptieren, dass ich ihn wahrscheinlich nie mehr reiten kann. Aber wer weiss, was die Zukunft bring?????

NEU.......

Wie der letzte Satz schon sagt, weiss man nie was die Zukunft bringt.

So kam es, dass ich ab August 2008, die Pflege von Sambo wieder übernommen habe. Ich war ziemlich erstaunt, dass ich ihn sogar wieder reiten kann. OK es ist nicht ganz schmerzfrei, aber dies ist ein fairer Preis, denn ich bezahlen kann und will.

Wir gaben bereits einige Auftritte zusammen gemacht und es ist fast wie früher. Im September habe ich endlich mal einen Tierkommunikations- Kurs gemacht. Ich hatte lange Zweifel daran, aber muss sagen, nun bin ich überzeugt. Seit dem Kurs übe ich fleissig und bin gespannt, wie ich mich entwickeln werde.

 

Sambo
Shire Horse
Wallach
geb. 1994
Sambo ist der absolute Shooting-Star. Er lieb es im Rampenlicht zu stehn und blüht bei jedem Applaus noch mehr auf.
Sambo ist in klassischer Dressur, am langen Zügel und in den zirzensischen Lektionen ausgebildet.