Schon als Kind habe ich mich mit dem Pferdevirus angesteckt und dies unheilbar!! Ich war 20, als ich in den Reitferien in Spanien Ebano traf. Er war damals knapp 3 Jahre alt. Ich habe mich sofort in ihn verliebt und gedacht, dass ich mir so einen Traum nie erfüllen könnte; doch der Züchter kam mir entgegen und ich war im siebten Himmel, als ich den Kaufvertrag unterschrieb. Vereinbart war, dass Ebano noch in Spanien seine Ausbildung während ca. 2 Jahren erhalten würde.
Jedoch brach danach in Spanien die Pferdepest aus, und ich musste fast 5 Jahre warten, bis ich ihn endlich holen konnte. Diese Reise war gespickt mit unendlichen Diskussionen mit Behörden und Zollbeamten, welche meinem Traum fast vorzeitig ein Ende gesetzt hätten. Doch schlussendlich ging alles gut und inzwischen sind seit dieser abenteuerlichen Reise 16 Jahre vergangen.
In dieser Zeit haben wir unzählige wundervolle Stunden miteinander verbracht, unter anderem an der Bea, wo wir bereits sechs mal daran teilgenommen haben und an diversen anderen Auftritten.
Leider hat die Zeit weder bei mir als auch bei Ebano nicht Halt gemacht. Unterdessen ist Ebano 23 Jahre alt. Nichts desto trotz hat er es sich nicht nehmen lassen, uns auch dieses Jahr an die Bea zu begleiten und es hat ihm viel Spass gemacht dort seinen jungen Schützling Sueño Moreno unter die Fittiche zu nehmen.
Trotz seines hohen Alters gehört Ebano aber noch nicht zum alten Eisen, hat er doch erst kürzlich ein Engagement im Theater Basel erhalten. Im Stück „Antonius und Cleopatra“ reitet Octavian (der neue Cesar) mit ihm auf die Bühne. Dort bleibt Ebano ein paar Minuten stehen und lässt sich vom Publikum bewundern, bevor er wieder mit Octvian die Bühne verlässt. Diese Auftritte geniesst er sehr.
Vor bald 2 Jahren ist Sueño Moreno zu uns gestossen. Er ist im Barockpferdegestüt in Les Enfers bei Céline und Victor Gunsch auf die Welt gekommen und dort habe ich ihn auf das erste Mal gesehen und sofort gewusst, dies wird ein würdiger Nachfolger für Ebano.
Er bekommt jetzt seine Grundausbildung und darf auch schon dann und wann einen kleinen Auftritt proben. Sein Début hatte er letztes Jahr im Sommer beim „Sattelfest“ in Neuwiller (Elsass). Das Publikum, die Scheinwerfer sowie das grosse Feuer um welches er herumlaufen musste, haben ihn zwar schon ein bisschen verunsichert, jedoch hat er sich gedacht, auch wenn’s noch so unheimlich scheint, es wird mir schon nichts passieren und so war es natürlich dann auch.
Dieses Jahr an der Bea war er schon viel selbstsicherer und hat alles ganz neugierig betrachtet. Sehr aufregend war die Begegnung mit seiner Grossmama, mit welcher er sich an der Mittagsrassenschau präsentieren durfte. Dass er sich nach dem Auftritt wieder von ihr trennen musste, wollte er zunächst gar nicht verstehen.